Volkstanz


 

Unner Volkstanz-Chronik

Wir befinden uns im Jahre 1986 n. Chr. Ganz Bayern ist vom Disco-Fieber besessen! Ganz Bayern? Nein! Nicht ganz Bayern! Eine Gruppe von unbeugsamen, traditionsgebundenen, jungen Leuten, hört nicht auf, der modernen Tanzkunst Widerstand zu leisten. Nur durch Hilfe eines Zaubertrankes (ein Gemisch aus Asbach und Cola) ist es den jungen Leuten gelungen, bodenständige, traditionelle Tänze am Leben zu erhalten.

Das eigentliche Gründungsjahr der Volkstanzgruppe der Landjugend Zedtwitz ist schwer zu sagen, da es Erzählungen zufolge schon in den 50er Jahren eine Volkstanzgruppe gegeben haben soll! Aber wie gesagt, das sind Erzählungen, die keiner mehr so richtig nachverfolgen kann. Erst 1986 hat man sich nach einer längeren Pause entschieden, eine neue Volkstanzgruppe zu gründen.

11 Frauen und 7 Männer trafen sich im Oktober 1986 zur ersten Volkstanzprobe, angetrieben von Spannung und Liebe zur Brauchtumspflege! Um dem Ganzen einen geordneten Rahmen zu verleihen, wurden Matthias Wenzel und Max Spitzbarth als Volkstanzleiter bestimmt. Im darauf folgenden Winter wurde ein Volkstanzgrundkurs unter der Leitung des bereits verstorbenen Tanzmeisters Herrn Konrad Böhm aus Bayreuth abgehalten. An diesem Grundkurs beteiligte sich damals auch der Gesangsverein Konradsreuth.

N ach zahlreichen Übungsstunden und sehr vielen schmerzhaften Blasen an den Füßen kamen die ersten Auftritte immer näher. Am 30. April und 1. Mai 1987 tanzte die Volkstanzgruppe erstmals in der Öffentlichkeit zum Maibaum aufstellen in Leimitz und Feilitzsch. Offensichtlich hat man damals in den beiden Ortschaften bleibenden Eindruck hinterlassen, denn seitdem durfte die Volkstanzgruppe jedes Jahr zum Maibaum aufstellen dort tanzen.

Da es bei der Landjugend Zedtwitz zur damaligen Zeit noch keine Tracht gab, mussten die ersten Auftritte im Landjugend- T-Shirt und schwarzen Hosen absolviert werden. Dieses Outfit war aber für solche Anlässe zu modern und man entschloss sich, eine für die Region
passende Tracht anzuschaffen. Dieses Vorhaben gestaltete sich als ziemlich schwierig. Welche Tracht ist für unsere Region typisch? Wo bekommen wir Stoff her? Wie soll der überhaupt aussehen? Wer näht die Trachten? Plötzlich stand man vor einem Berg von Fragen, die man kaum beantworten konnte. Zum Glück hatte man im Rathaus in Feilitzsch eine letzte orginale vogtländische Tracht aufbewahrt, die man als Anschauungsmaterial verwenden konnte. Die Analyse der Farben und Stoffarten übernahm die Firma Zuleeg aus Helmbrechts, die dann auch den Stoff dafür webte. Die Lieferzeit betrug 3 Monate und so konnte erst kurz vor Weihnachten 1987 ein Nähkurs für die Mädels bei einer Hofer Schneidermeisterin abgehalten werden.

Fast zeitgleich begannen ein paar der Mädels, wie es eigentlich Tradition ist, für ihre Männer Hosenträger selber zu sticken. Hand aufs Herz: welche moderne Frau von heute kann noch richtig sticken oder hat überhaupt die Zeit dazu? Doch damals war das so.

Anfang 1988 wurden dann auch die Lederhosen und Socken für die Männer nach Orginalschnitten durch die Firma Mode-Winterl aus Straubing angemessen und hergestellt. Diese Firma lieferte noch bis 1998 die Männertracht an die Landjugend.
Da sich nicht alle damaligen Landjugendmitglieder über die Trachtenbeschaffung (ob überhaupt, in welcher Form und nach welchen Richtlinien etc.) einigen konnten, wäre es fast zu einer Auflösung bzw. Teilung und Neugründung einer Gegenlandjugend gekommen! Nach einem Vierteljahr beruhigten sich aber alle Gemüter und es schlossen sich dann doch alle der Tracht an.

Im Sommer 1988 wollte sich die Volkstanzgruppe neue Tänze an¬eignen und so baten sie den Tanzmeister Jürgen Gahn um Unterstützung. Dieser zeigte ihnen das große 1 xl, denn das kleine konnten sie ja schon. 1989 und 1990 besuchten die Zedtwitzer weitere Kurse, die ebenfalls Jürgen Gahn leitete. Dass die Volkstänzer auch ohne diese Kurse schon gut waren, bewiesen sie bereits im Jahr 1988! Da nahmen sie am Volkstanzwettbewerb anlässlich des Landeslandjugendtages in Nürnberg teil und kämpften sich unter 16 Teilnehmergruppen auf den 5. Platz vor.

Auch der Landfrauenchor fand Gefallen an der Tracht und so wurden diese Dame ebenfalls mit der Landjugendtracht ausgestattet. Da dies an unseren Stoffvorräten nagte, musste 1991 der Stoff ein zweites mal nachgewebt werden. Der Firma Zuleeg war jedoch der Arbeitsaufwand für die Menge an Stoff zu groß, daher musste man sich auf die Suche nach einer neuen Weberei machen.

Zum Glück stellte sich für diese Aufgabe die Firma Lochner aus Konradsreuth zur Verfügung. Die Landjugend hatte nun wieder ausreichend Stoff für ihre Mitglieder! Seitdem musst noch einmal gewebt werden, diesmal von der Firma Rohleder.

Da die Volkstanzgruppe nicht nur tanzen, sondern auch Dreschen kann, und zwar auf alte Art mit Dreschflegel und Gesang, mussten Sie das zum Kreisfeuerwehrtag 1991 in Döhlau beweisen.

Um sich einmal vom ganzen Proben - und Auftrittsstreß zu erholen und richtig zu entspannen, beschloss die Gruppe, gemeinsam in den Urlaub zu fahren! Deshalb fuhren Sie im Herbst 91 nach Schonungen. Dort wurde viel gefeiert, gelacht und, wie soll es anders sein, getanzt. Diese Volkstanzausflüge wurden dann fast jährlich wiederholt, sind aber in den letzten Jahren etwas eingeschlafen.

Da einige Frauen aus der Landjugend beschlossen, dass man bei Umzügen nicht länger ohne eigenes Zeichen marschieren sollte, opferten 8 Frauen hunderte ihrer Freizeitstunden, um der Landjugend eine eigene Fahne zu sticken! Um die Fahne richtig einzuweihen, musste natürlich auch ein Fest gehalten werden.
Dieses fand am 12.06.1993 statt. Zu diesem Anlass stellte die Volkstanzgruppe aus verschiedenen Grundschritten und selbst ausgedachten Figuren einen eigenen Tanz zusammen mit dem Namen "Die Foahnaweih"! Dieser Tanz zeigt den Festablauf der Fahnenweihe mit Fahnenumzug, Fahnenschwenken, Tanzabend und (wie es früher üblich war) einer Schlägerei!

1994 und 1995 wurden weitere Grundkurse abgehalten, um neue Tänzer und Tänzerinnen in die Kunst des Volkstanzes einzuweihen.

Das nächste große Ereignis fand dann 3 Jahre später am 21. September 1996 statt. Da feierte die Volkstanzgruppe ihr 10-jähriges Bestehen! Damals wurde ebenfalls in der Form eines Fränkischen Unterhaltungs- und Tanzabends in der Turnhalle Töpen viel geboten. Für die musikalische Umrahmung sorgte vor 10 Jahren die Gruppe Dreyschlag.

Im Jahr 1997 nahm die Volkstanzgruppe am Volkstanzwettbewerb in Rödental bei Coburg teil, wo sie, zu ihrem eigenen Erstaunen, den 3. Platz be¬legte. Seitdem schmückt ein silberner Pokal den Landjugendraum in Unterhartmannsreuth.
Ein Jahr nach ihrem großen Jubiläum musste sich die Gruppe leider von ihrem Live-Musiker Rainer Markstein trennen, der aus privaten Gründen mit dem Konzertina spielen für die Landjugend aufhörte. Glücklicherweise gab es unter den Tänzern einen weiteren Konzertinaspieler, der dies bis heute übernahm. Dafür an dieser Stelle einen herzlichen Dank an unseren Andreas Dick. Wir hoffen, dass er uns, obwohl er schon lange ein "Senior" in der Landjugend ist, noch lange erhalten bleibt.

Nachdem Rainer Markstein die Gruppe verlassen hatte, dauerte es nicht lange, und die Tanzleiter Mathias Wenzel verkündete seinen Rücktritt. Er übergab sein Amt an Marion Wunderlich und Frank Hick.

Im Jahr 1998 standen die Volkstänzer erneut vor einem Problem. Ihr schöner Proberaum in der Gaststätte "Schwarzes Ross" in Münchenreuth konnte wegen Umbauarbeiten leider nicht mehr genutzt werden, und so begann die Suche nach einem neuen Raum. Nach einigen Probeversuchen in verschiedenen Räumen blieb man dann in Isaar beim Helmut Acht hängen. Seit 1998 bis jetzt und hoffentlich noch einige Jahre lang wird fast jeden Sonntagabend in Isaar beim Helmut das Tanzbein geschwungen!
Zur Jahreshauptversammlung 2001 gab der Tanzleiter Max Spitzbart bekannt, dass er die Volkstanzgruppe sowie die Landjugend aus Altersgründen verlassen wird. Florian Steinhäußer, der schon in der bisherigen Gruppe mittanzte, gab dann den Anstoß, dass in den Reihen der Landjugendmitglieder nach neuen Volkstänzem gesucht wurde. Es fanden sich an diesem Abend so viele Tanzwillige, dass eine vollkommen neue Volkstanzgruppe aufgestellt wurde. Die Mitglieder der alten Gruppe tanzten zwar noch einige Zeit weiter, gaben aber die meisten Auftritte an die neue Gruppe ab. Zwischenzeitlich hat sich die alte Gruppe jedoch aus Zeit- und Familiengründen mehr oder weniger aufgelöst.

Nach den ersten Proben der neuen Gruppe kristallisierten sich auch schon die ersten Tanzpaare heraus. Dies waren:

Florian Steinhäußer und Nadine Schaller, Manuel Schaller und Heike Müller, Andreas Jakob und Melanie Schmidt, Tobias Wilfert und Birgit Hertel, Thomas Langheinrich und Kerstin Jakob, Tobias Jakob und Bianca Jakob, Markus Schörner und Bettina Jahn, Carsten Schmidt und Stefanie Mergner;

In den darauf folgenden Wochen wurde viel geprobt, denn die Zeit verstrich und der 30. April kam immer näher. An diesem Tag sollte der erste Auftritt der Neuen Volkstanzgruppe im Rahmen der Maibaumaufstellungen stattfinden.

Nach einem perfekten Start in die Auftrittswelt war noch mehr Streß angesagt, denn die Gruppe wurde vom Bayerischen Rundfunk nach Nürnberg eingeladen, um bei der Ferseh-Aufzeichnung "Ins Land der Franken fahren" mitzuwirken! Hier nahmen auch die Mitglieder der alten Volkstanzgruppe teil.

Da die Volkstanzgruppe immer größer wurde, wurde es auch immer schwieriger, die Gruppe alleine zu leiten. Deshalb bat Florian Steinhäußer um Unterstützung, die er dann von Carsten Schmidt bekam. Seit 2005 wird die Gruppe wieder von 2 Volkstanzleitern ge¬leitet! Seit 1986 tanzten 53 Frauen und 47 Männer in der Gruppe mit

Im Moment zählt die Volkstanzgruppe der Landjugend Zedtwitz:
15 Tänzerinnen und 14 Tänzer und nicht zu vergessen 1 Musiker
Es werden ca. 38 Proben im Jahr abgehalten und ca. 25-30 Auftritte getanzt!

 


Wir hoffen, dass die Volkstanzgruppe auch weiterhin so regen Zulauf findet und noch viele Jahre lang getanzt werden kann.